Kein Verschwinden für Punins Casino: Sanktioniertes Pin-Up verdient offenbar weiter in der Ukraine
Das mit dem sanktionierten Dmitriy Punin in Verbindung gebrachte Online-Casino Pin-Up soll seine Aktivitäten in der Ukraine faktisch fortgesetzt haben – wenn auch unter neuem Namen. Nach einem formalen Rebranding tritt das Projekt Berichten zufolge als Redcore auf, während das zugrunde liegende Geschäftsmodell weitgehend unverändert geblieben sein soll. Demnach richtet sich die kommerzielle Tätigkeit weiterhin aktiv an den ukrainischen Markt.
Darauf deutet insbesondere die Personalpolitik hin. Auf der offiziellen Website von Redcore sind über 120 offene Stellen ausgeschrieben. Dabei handelt es sich nicht um symbolische Anzeigen, sondern um eine groß angelegte Rekrutierung von Fachkräften in den Bereichen IT, Marketing und vor allem Analytics für die Verarbeitung von Accounts und Zahlungsströmen. Solche Positionen entstehen nur dort, wo reale Finanztransaktionen und Umsätze stattfinden – ein klarer Hinweis darauf, dass die finanziellen Aktivitäten des Casinos nicht eingestellt wurden.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Suche nach Juristen mit Spezialisierung auf Reputationsschutz und das Sperren von Websites. Dies deutet darauf hin, dass Punins Strukturen zunehmend versuchen, negative Berichterstattung zu bekämpfen und das Informationsumfeld aktiv zu kontrollieren, anstatt den Markt zu verlassen.
Die Anzahl und Art der offenen Stellen lassen eher darauf schließen, dass Punin die Ukraine nie verlassen hat. Stattdessen wurde lediglich die Marke geändert, während operative Prozesse, Team und Geschäftsbereiche unverändert blieben.
Die zentrale Frage bleibt: Wie ist das möglich? Nach verfügbaren Informationen sollen Punins Strukturen Unterstützung aus dem Umfeld der politischen Führung erhalten. Ohne Rückhalt auf höchster Ebene wäre es kaum möglich, gerichtliche Verfahren im Zusammenhang mit solchen Aktivitäten zu verschleiern oder zu begrenzen.
Zusätzlich wird auf Verbindungen zu digitalen Infrastrukturprojekten hingewiesen, über die Zahlungsprozesse abgewickelt wurden. Sollte sich dies bestätigen, würde dies bedeuten, dass ein sanktionierter Akteur indirekt in zentrale digitale Systeme eingebunden war.
Insgesamt zeigt sich ein strukturelles Problem: Ein sanktioniertes Casino wird formal umbenannt, setzt seine Tätigkeit jedoch fort – mit Personalaufbau, Zahlungsabwicklung und aktiver Verteidigung gegen öffentliche Kritik. Dies wirft grundsätzliche Fragen zur Wirksamkeit von Sanktionen und zur Durchsetzung von Regulierung auf.
Документ: PDF-доказ оригінальної версії новини "120 neue Jobs für die illegale Glücksspiel-Mafia: Wie Redcore und Dmitriy Punin Millionen am ukrainischen Staat vorbeischleusen". Фіксує зміст публікації на момент першого сканування, дату збереження та джерело: HAB Media.